Über mich

Unsere Geschichten, die wir erlebt haben, machen uns zu dem Menschen, der wir heute sind. Ich habe als kleines Mädchen und auch als Jugendliche oft gehört, ich sei zu empfindsam und zu berührbar und dass mir diese Empfindsamkeit draußen in der Welt schaden könne.

Wer hätte damals gedacht, dass später einmal ausgerechnet meine Sensibilität und mein Mitgefühl das sein würden, was einen Großteil meiner Arbeit ausmachen würde. Mitgefühl ist die Basis, die wir brauchen, um uns gesehen und verstanden zu fühlen. Es ist das, wonach sich fast jeder von uns sehnt. Und gleichzeitig ist es das, woraus der Raum besteht, den wir brauchen, um bei uns anzukommen, zu heilen und von dem aus wir die größten Entwicklungssprünge machen können. Ein Raum, in dem wir uns geschützt, gefühlt und wahrgenommen fühlen, in dem wir spüren, dass wir so sein dürfen, wie wir sind. Ein Raum, von dem aus wir uns am besten ent-falten und ent-wickeln können.

Wie unsere Kindheit unsere Sicht auf die Welt prägt

Unsere Kindheit ist voll mit Situationen, die uns prägen. Situationen, die wir entweder selbst erleben oder auch Situationen, die wir als Außenstehende beobachten. Situationen, die alltäglich und unbedeutend erscheinen, genauso wie Situationen, die auf uns traumatisch wirken. All diese Situationen werden von uns interpretiert und bewertet, woraus sich unsere Weltbilder und Selbstbilder kreieren. Sie bilden die Brillen, durch die wir die Welt, andere Menschen und uns selbst wahrnehmen. Besonders stark brennen sich die Interpretationen und Bewertungen von Situationen in unser System ein, die starke Gefühle bei uns ausgelöst haben oder sich oft wiederholt haben.

Jeder von uns hat Situationen erlebt, aus denen er Schlussfolgerungen über sich selbst, über andere Menschen, über das Leben oder die Welt gezogen hat.

Darüber, dass er vielleicht zu sensibel und zu empfindsam sei oder dass er zu laut oder zu viel sei, oder aber zu schüchtern, zu faul, zu aufmüpfig, zu zickig, unzulänglich, chaotisch, unordentlich, unkreativ, unzuverlässig, unbeständig, schwierig und falsch sei und anders sein solle.

Ähnliche Schlussfolgerungen haben wir darüber gebildet, was in der Welt möglich ist und was nicht – und vor allem auch darüber, wozu wir fähig sind und wozu nicht, was funktioniert und was nicht, was die Welt für ein Ort ist, zum Beispiel ein gefährlicher Ort, an dem wir uns vielleicht vor anderen Menschen wappnen und schützen müssen. Denn auch über andere Menschen haben wir Schlussfolgerungen gezogen, zum Beispiel darüber, ob man ihnen vertrauen kann oder nicht, oder ob sie einen sowieso nur über den Tisch ziehen wollen, sich sowieso keiner für uns interessiert und so weiter und so fort. Nicht zu vergessen all die Schlussfolgerungen, die wir darüber gezogen haben, was wir alles erreichen müssen und was passiert, wenn wir all das, was wir erreichen müssen, nicht erreichen.

Unter dem Strich hat wohl jeder mehr oder weniger viele Überzeugungen darüber gebildet, dass er so, wie er ist, nicht ganz in Ordnung ist und hier und da doch etwas anders sein sollte. Ganze Wirtschaftszweige leben von diesen Gedanken.

Unsere Überzeugungen über Emotionen

Weitere weit verbreitete Überzeugungen, die durch Kompensationsverhalten die Wirtschaft ebenso gut befeuern, betreffen unseren Umgang mit Emotionen.

So ist neben der Überzeugung „Ich bin nicht gut genug“ auch die Überzeugung weit verbreitet, dass „Emotionen etwas sind, was man besser vermeidet, sich nicht anmerken lässt und so gut wie möglich wegdrücken sollte“ – denn sonst gilt man als schwach und womöglich noch als jemand, der sich nicht im Griff hat.

Diese Überzeugungen scheinen sich über einige Generationen hinweg in vielen Köpfen stabil verankert zu haben – mit der Konsequenz, dass dies die Art und Weise ist, wie die meisten Menschen mit ihren Emotionen umgehen.

Egal wen man dazu befragt, wie seine Eltern in der Kindheit auf verschiedene Emotionsregungen reagiert haben – häufig zeigt sich, dass sie Schwierigkeiten damit hatten, bestimmte Emotionen auszuhalten. Viele sind auch mit ihren eigenen Emotionen so umgegangen, dass sie sie eher versteckt, weggedrückt und heruntergeschluckt haben. Emotionen werden so behandelt, als hätten sie keinen Wert, wären oft einfach nur lästig und im Weg. Kein Wunder also, dass es für die meisten Menschen das Normalste der Welt ist, seine Gefühle wegzudrücken und zu ignorieren.

Der Preis des Gefühle-Wegdrückens

Auch ich bin mit vielen dieser Überzeugungen sowie dem weit verbreiteten Umgang mit Emotionen aufgewachsen.

Irgendwann fiel mir auf, dass dieses Emotionen-Wegdrücken weder mich selbst noch die Menschen um mich herum stabiler wirken ließ. Im Gegenteil: Mir fiel nicht nur auf, wie viel Kraft und Energie, sondern auch wie viel Stabilität es kostete. Bei mir, aber vor allem auch bei anderen Menschen.

Menschen, die damit beschäftigt sind, etwas zu vermeiden oder zu verstecken oder besorgt sind, was andere über sie denken könnten, wirken alles andere als stabil. Sie wirken oft eher getrieben, gehetzt und stark gestresst – alles andere als gelassen und stabil in sich ruhend. Bei genauerer Betrachtung also kein wirklich erstrebenswerter Zustand. Ebenso wenig erstrebenswert wie eine gefühllose Maschine, die aufgrund ihrer Abstumpfung ihre Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen kann, wodurch Konflikte vorprogrammiert sind.

Es musste da noch etwas anderes geben. Einen anderen Umgang mit Emotionen. Einen stabileren. Einen, in dem nicht schon ein Systemkollaps vorprogrammiert ist. Denn Druck erzeugt Gegendruck. Und früher oder später explodiert ein Kessel, wenn der Druck steigt.

Meine Faszination für menschliches Verhalten

Warum denkt der Mensch so, wie er denkt? Warum fühlt er, wie er fühlt? Was treibt ihn an? Was bringt ihn aus der Ruhe? Warum reagiert er, wie er reagiert? Das waren schon von klein auf Dinge, die mich interessierten. Ich beobachtete mit Vorliebe Menschen und versuchte zu verstehen, wie sie tickten, was sie bewegte, wie sie miteinander interagierten und was die Unterschiede in ihrem Verhalten ausmachten.

Was hätte ich da wohl sonst studieren sollen als ein geisteswissenschaftliches Studium. Natürlich waren die Soziologie- und Psychologieseminare schon immer diejenigen, in denen ich mich am meisten zu Hause fühlte. Nichtsdestotrotz war ich froh, Psychologie nicht im Hauptfach zu studieren, da mir die pädagogische Perspektive viel mehr entspricht, weil sie nicht in Krankheitsbildern, sondern viel mehr in Bildern von Entwicklung denkt. Wir fragen nicht: In welche Krankheit können wir dich klassifizieren? Sondern: Welche Fähigkeiten und Kompetenzen kannst du entwickeln für den anstehenden Entwicklungsschritt?

Lernen, wie Veränderung wirklich möglich wird

Neben meinem Studium besuchte ich schon damals zahlreiche Seminare im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und es faszinierte mich, Techniken und Methoden zu erlernen, um auf der Ebene von Überzeugungen, Emotionen und Gefühlen zu arbeiten und Veränderungen zu initiieren. Ich lernte unterschiedlichste Zugänge kennen.

Ich wollte lernen: Wie können wir die Ebenen, die uns steuern, verändern? Wie können wir unsere Überzeugungen über uns selbst, das Leben und andere Menschen so verändern, dass sie uns dienlich sind und uns das Leben nicht schwer machen? Ich suchte mir Seminare, in denen ich lernen konnte, Wahrnehmung, Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster zu verändern. Ich lernte, mit Ängsten, Trauer, Wut, Enttäuschung, Verletzung, Schuld oder Scham umzugehen. Emotionen zu transformieren. Überzeugungen und innere Haltungen zu verändern, sodass sie mir nicht mehr im Weg standen, sondern mir dienten. Ich lernte die Zusammenhänge zwischen unseren Gefühlen und Emotionen, unseren Gedanken und Überzeugungen, unserem Körper und unseren Beziehungen kennen. Ich lernte all das, was ich weder in der Schule noch in der Gesellschaft und schon gar nicht von meinen Eltern oder Großeltern hätte lernen können – weil auch sie keine Vorbilder hatten, von denen sie es hätten lernen können.

Mein Weg in die praktische Arbeit mit Menschen

Im Laufe der Zeit veränderten sich auch meine eigenen Sichtweisen – mir selbst gegenüber, anderen Menschen gegenüber, der Welt und dem Leben gegenüber. Die Welt wurde für mich friedlicher und sicherer. Ich wurde stabiler und stärker.

Ich begann sogar schon während meines Studiums im Coaching und Seminarbereich verschiedener Firmen und Bildungsträger zu arbeiten und setzte dies auch nach erfolgreichem Abschluss meines Studiums fort. Allerdings merkte ich schnell, dass Persönlichkeitsentwicklung in diesen Kontexten meist nur sehr begrenzt möglich ist.

Als jemand, der am eigenen Leib tiefe Veränderungsprozesse erlebt hat und erfahren konnte, was alles möglich ist – wie veränderbar unser Zustand, unser Empfinden und unsere Haltung ist – gibt man sich ungern mit Strukturen zufrieden, in denen es nicht darum geht, dieses Potenzial auszuschöpfen.

Ich hatte im Laufe der zwanzig Jahre unzählige Ausbildungen, Seminare und Fortbildungen im Coaching- und Therapiebereich absolviert, um Erfahrungen zu sammeln und Handwerkszeug zu erlernen – von Stressbewältigung über Burnout-Prävention bis hin zu Traumatherapien, Körperpsychotherapie sowie emotionsfokussierten, systemischen und beziehungsdynamischen Ansätzen. Nach so vielen Jahren war es dann vor etwa zehn Jahren naheliegend, meine eigene Praxis zu eröffnen.

Persönlichkeitsentwicklung als Lebensweg

Auch mein eigenes Leben war gerade zu Beginn immer wieder sehr herausfordernd, was mich vermutlich auch dazu bewegt hat, meinen Fokus auf all das zu richten, womit ich mich heute beschäftige. Persönlichkeitsentwicklung ist ein nicht mehr wegzudenkender Teil von mir. Sie begleitet mich nicht nur beruflich, sondern macht auch privat einen großen Teil meines Lebens aus.

Ich arbeite heute an verschiedenen Standorten – in Wiesbaden, Mainz, Kördorf und auch online –, da ich auch einige internationale Klienten habe, die seit vielen Jahren Stammklienten sind. Nicht weil sie krank sind oder etwas nicht auf die Reihe bekommen. Nein. Sondern einfach, weil sie wissen, was man aus Persönlichkeitsentwicklung herausholen kann und wie sehr man davon profitieren kann.

Ich biete in meinen Praxen sowohl Paartherapie und Beziehungscoaching als auch Persönlichkeitsentwicklung an und veranstalte auch an den Wochenenden immer wieder Workshops zu den entsprechenden Themenbereichen.

Für mich fühlt es sich nicht nach Arbeit an. Es fühlt sich viel mehr nach etwas an, das ein Teil von mir ist – ein Teil, den ich nicht mehr wegdenken wollen würde.

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